Cash, Code & Crime: Wenn die Zukunft des Bankings zum Wirtschaftskrimi wird
Tatort Frankfurt, 4. November 2026: Die Banking Exchange geht unter die Oberfläche. „BEX Underground“ heißt das Motto – und die Fragen dahinter betreffen uns alle. Denn wenn Geld digitaler, Beratung künstlicher und Identitäten täuschend echt werden, steht vor allem eines auf dem Spiel: Vertrauen.
Ein Konferenzprogramm, das sich wie die Kapitel eines Wirtschaftskrimis liest? Die Banking Exchange von Payment & Banking macht es möglich. „Der Bodensatz bröckelt“, „Tod der Karte“ und „Wer ist hier eigentlich noch echt?“ heißen einige der Sessions.
Die Inszenierung ist spielerisch. Die Themen sind es durchaus ernst. Hinter „Cash, Code & Crime“ steckt die Frage, wie sich unsere Beziehung zu Geld verändert – und wer diese Veränderung gestaltet.
Cash: Unser Geld ist unterwegs
Lange war die Hausbank eine Selbstverständlichkeit. Dort lag das Gehalt, dort wurde gespart, dort gab es bei Bedarf einen Kredit. Heute verteilen sich Finanzbeziehungen auf Banking-Apps, Broker, Zahlungsdienste und digitale Plattformen.
Für Kundinnen und Kunden entstehen neue Möglichkeiten. Für Banken wächst der Druck, ihren Platz im Alltag immer wieder zu verdienen.
Die BEX greift diesen Wandel aus unterschiedlichen Perspektiven auf: vom Wettbewerb um Einlagen über neue Depotangebote bis zur Zukunft von Karten, Wallets und tokenisierten Vermögenswerten.
Spannend finde ich dabei vor allem die Frage: Wer bleibt die erste Anlaufstelle, wenn sich Finanzgeschäfte auf immer mehr Anbieter verteilen?
Denn ein gutes Produkt allein schafft noch keine dauerhafte Beziehung. Dafür braucht es Verständlichkeit, Verlässlichkeit und einen erkennbaren Nutzen.
Code: Wer spricht morgen mit unserer Bank?
Vielleicht öffnen wir künftig seltener selbst eine Banking-App. Vielleicht formulieren wir stattdessen ein Ziel: Rücklagen aufbauen, eine Finanzierung vergleichen oder die Altersvorsorge überprüfen. Ein digitaler Assistent könnte dann Informationen zusammentragen und nächste Schritte vorbereiten.
Damit verändert sich die Kundenschnittstelle grundlegend. Wer entscheidet, welche Angebote sichtbar werden? Welche Daten fließen in eine Empfehlung ein? Und wer trägt Verantwortung, wenn aus einer Empfehlung eine Handlung wird?
Im Programm der Banking Exchange nehmen diese Fragen viel Raum ein. Es geht um KI im regulierten Finanzumfeld, personalisiertes Wealth Management und Agentic Banking. Einblicke von Trade Republic sollen außerdem zeigen, wie aus interner KI-Orchestrierung messbarer Kundennutzen entstehen kann.
Für mich liegt genau hier der interessante Punkt: Technologie muss sich daran messen lassen, ob sie Menschen tatsächlich hilft. Ob sie Entscheidungen verständlicher macht, Arbeit erleichtert und den Zugang zu Finanzdienstleistungen verbessert.
Crime: Wenn der digitale Eindruck nicht mehr genügt
Ein vertrautes Gesicht auf dem Bildschirm. Eine Stimme, die wir zu kennen glauben. Eine Nachricht, die im richtigen Moment die richtigen Worte findet.
Was passiert mit unserem Vertrauen, wenn solche Signale täuschend echt nachgebildet werden können?
Die BEX Underground widmet sich auch dieser Seite der Digitalisierung. Unter dem Titel „Wer ist hier eigentlich noch echt?“ stehen Deepfakes, synthetische Identitäten und Betrugsprävention zur Diskussion. Digitale Identitäten und EUDI Wallets bilden einen weiteren Schwerpunkt.
Dabei geht es um eine Balance, die wir alle aus dem Alltag kennen: Wir wünschen uns einfache digitale Abläufe und gleichzeitig Sicherheit. Zusätzliche Prüfungen sollen schützen, ohne jeden Vorgang unnötig kompliziert zu machen.
Diese Balance zu gestalten, gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben im digitalen Banking.
Vertrauen ist die Verbindung zwischen allen drei Themen
Cash, Code und Crime wirken auf den ersten Blick wie drei getrennte Welten. Tatsächlich führen sie zur gleichen Frage: Worauf können wir uns verlassen?
Beim Geld geht es um Verfügbarkeit und Sicherheit. Bei KI um nachvollziehbare Entscheidungen und klare Verantwortung. Bei digitaler Identität um die Gewissheit, mit der richtigen Person oder Institution zu kommunizieren.
Als Gründerin von The Finfluencer Circle beschäftigt mich Vertrauen seit Jahren. Gute Verbindungen entstehen durch Aufmerksamkeit, Austausch und das Einlösen von Erwartungen. Das gilt zwischen Menschen ebenso wie zwischen Unternehmen und ihrer Kundschaft.
Je komplexer die Technik hinter Finanzdienstleistungen wird, desto wichtiger wird eine Kommunikation, die Orientierung gibt. Menschen müssen verstehen können, was mit ihrem Geld und ihren Daten geschieht – und an wen sie sich wenden können, wenn etwas schiefläuft.
Raum für die Fragen hinter den Schlagworten
Das Programm der Banking Exchange reicht von Zahlungsinfrastruktur und KI-Agenten bis zu Open Finance und der Architektur künftiger Banken. Mit dabei sind unter anderem Katharina Lueth, Friedhelm A. Schmitt, Stephan A. Paxmann, Nicola Breyer und Joris Hensen.
Mindestens ebenso wertvoll sind bei solchen Veranstaltungen die Gespräche zwischen den Sessions. Dort lassen sich unterschiedliche Erfahrungen zusammenbringen, vermeintliche Gewissheiten hinterfragen und neue Gedanken weiterentwickeln.
Dafür bietet der Tag vom Hackerfrühstück bis zur Underground Party reichlich Gelegenheit.
Am 4. November 2026 wird Frankfurt zum Tatort für die großen Zukunftsfragen des Bankings. Die wichtigste Spur führt für mich zum Vertrauen: Wie schaffen wir Finanzdienstleistungen, die technisch leistungsfähig sind und für Menschen verständlich bleiben?
Banking Exchange 2026 – BEX Underground: Cash, Code & Crime
4. November 2026 · Frankfurt am Main
Einlass ab 8:30 Uhr · Programm ab 9:00 Uhr · Underground Party ab 18:20 Uhr
Eine Veranstaltung von Payment & Banking.
