Buchtipp: „Theo in Golden“ von Allen Levi.

Allen Levi

Beziehungen beginnen mit Aufmerksamkeit: Gedanken zu „Theo in Golden“

Wir sprechen viel über Netzwerke. Über Reichweite, Kontakte und darüber, wie wir Menschen miteinander verbinden können.

Doch wann wird aus einem Kontakt eine Verbindung, die etwas bedeutet?

„Theo in Golden“ von Allen Levi führt mich genau zu dieser Frage. Mit einer Geschichte, die zeigt, was entstehen kann, wenn ein Mensch einem anderen seine Aufmerksamkeit schenkt.

Ein Fremder, ein Café und die Geschichten einer Stadt

Theo kommt als Fremder in die kleine Stadt Golden. In einem Café entdeckt er Bleistiftporträts der Menschen, die dort leben.

Nach und nach kauft er diese Bilder, um sie den Porträtierten zu schenken.

Eine ungewöhnliche Geste. Und eine, die Begegnungen ermöglicht. Denn hinter jedem Porträt steht ein Mensch mit einer Geschichte, mit Erfahrungen, Hoffnungen und einem Leben, das sich von außen nur erahnen lässt.

Für mich liegt darin der Reiz dieses Buches: Aus Aufmerksamkeit kann Nähe entstehen. Aus einer kleinen Geste ein Gespräch. Und aus einem Gespräch vielleicht eine Freundschaft.

Wie gut kennen wir die Menschen in unserem Netzwerk?

Gerade in der Finanzwelt begegnen wir einander oft zunächst über unsere beruflichen Rollen. Wir wissen, wer welches Unternehmen vertritt, welche Themen jemand besetzt und wie groß die jeweilige Reichweite ist.

Aber wissen wir auch, was diesen Menschen beschäftigt? Was ihn geprägt hat? Wofür er sich begeistert, wenn gerade keine berufliche Agenda auf dem Tisch liegt?

Natürlich muss nicht jeder Kontakt persönlich werden. Doch Beziehungen gewinnen an Tiefe, wenn wir bereit sind, über das bereits Bekannte hinauszufragen.

Theo schenkt Menschen ihre Porträts. Für mich steckt darin auch eine Einladung: Ich nehme dich wahr. Deine Geschichte interessiert mich.

Community entsteht in einzelnen Begegnungen

Beim Aufbau einer Community schauen wir häufig auf Zahlen. Wie viele Mitglieder sind dabei? Wie viele Menschen erreichen unsere Inhalte? Wie viele Gäste kommen zu einem Treffen?

Diese Zahlen können Orientierung geben. Über die Qualität einer Gemeinschaft erfahren wir allerdings viel in den kleinen Momenten dazwischen.

Wenn jemand bei einer Veranstaltung allein steht und in ein Gespräch einbezogen wird. Wenn wir uns an ein Thema erinnern, das unserem Gegenüber wichtig war. Wenn eine Verbindung auch nach dem gemeinsamen Foto weitergeht.

Solche Momente lassen sich schwer messen. Ihre Wirkung kann trotzdem lange bleiben.

„Theo in Golden“ erinnert mich daran, wie viel wir mit Aufmerksamkeit bewirken können – gerade dann, wenn wir uns Zeit nehmen, ohne schon das Ergebnis der Begegnung zu kennen.

Mein Fazit

Für mich ist „Theo in Golden“ ein leises Buch über Menschlichkeit, Freundschaft und die Kraft von Beziehungen.

Es passt zu einem Gedanken, der mich auch im Finfluencer Circle begleitet: Eine gute Community bietet Menschen die Möglichkeit, einander kennenzulernen, zuzuhören und etwas miteinander zu gestalten.

Dafür braucht es Initiative. Manchmal aber auch nur eine aufmerksame Frage oder eine kleine Geste.

Vielleicht können wir nicht jedes Leben verändern. Aber wir können jede Begegnung ein bisschen menschlicher machen.

Buchtipp: „Theo in Golden“ von Allen Levi.