Banking 2035 beginnt heute: Warum KI, Agentic AI und Quantum Computing die Finanzwelt neu schreiben

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Von Birgit Hass

Die Finanzbranche steht vor einem Wandel, der weit über Digitalisierung hinausgeht. Künstliche Intelligenz verändert bereits heute Geschäftsmodelle, Arbeitsweisen und Kundenbeziehungen. Mit Agentic AI und Quantum Computing zeichnen sich bereits die nächsten Technologiesprünge ab.

Doch was bedeutet das konkret für Banken? Werden FinTechs und BigTechs klassische Institute verdrängen? Oder entsteht gerade eine neue Form der Zusammenarbeit?

Über diese Fragen habe ich mit Stephan Paxmann, Chief Innovation Officer der LBBW, in einer neuen Ausgabe von The Finfluencer Circle TV gesprochen.

Innovation ist kein Projekt mehr – sie ist Dauerzustand

Stefan Paxmann bezeichnet sich selbst als „Digital Nerd“. Was zunächst sympathisch klingt, beschreibt seine tägliche Aufgabe ziemlich treffend: Technologien verstehen, Potenziale erkennen und daraus konkrete Lösungen entwickeln.

Dabei wird schnell klar: Digitalisierung ist längst kein Innovationsprojekt mehr. Sie ist die Grundlage, auf der Banken ihre Zukunft gestalten.

KI verändert unsere Arbeit, nicht unsere Verantwortung

Eine der Aussagen, die mir besonders im Gedächtnis geblieben ist:

Künstliche Intelligenz verändert weniger das, was wir tun, sondern vor allem, wie wir arbeiten.

Routineaufgaben werden zunehmend automatisiert. Mitarbeitende gewinnen dadurch Freiräume für Strategie, Kreativität und Entscheidungen.

Mit Agentic AI entwickelt sich diese Veränderung weiter. Intelligente Systeme übernehmen eigenständig Prozesse, koordinieren Aufgaben und unterstützen komplexe Abläufe.

Doch eines bleibt unverändert: Verantwortung lässt sich nicht automatisieren.

Gerade im regulierten Finanzsektor bleiben Governance, Transparenz und menschliche Kontrolle entscheidend.

Quantum Computing – die nächste Innovationswelle

Während Generative KI aktuell die Schlagzeilen dominiert, richtet sich der Blick vieler Innovationsverantwortlicher bereits auf die nächste technologische Revolution.

Quantum Computing verspricht eine Rechenleistung, die heutige Möglichkeiten deutlich übertrifft.

In Kombination mit KI könnten sich völlig neue Anwendungsfelder eröffnen – von hochkomplexen Risikoanalysen über Betrugsprävention bis hin zur Optimierung ganzer Finanzsysteme.

Noch befindet sich diese Entwicklung am Anfang. Doch genau jetzt werden die Grundlagen geschaffen.

Banken bleiben unverzichtbar

Immer wieder wird gefragt, ob Banken künftig überhaupt noch gebraucht werden.

Die Antwort von Stephan Paxmann fällt eindeutig aus:

Ja.

Nicht unbedingt in ihrer heutigen Form, aber als vertrauenswürdige Infrastruktur innerhalb digitaler Ökosysteme.

Banken werden sichere Finanztransaktionen ermöglichen, regulatorische Sicherheit gewährleisten und als Bindeglied zwischen Wirtschaft, Technologie und Gesellschaft fungieren.

Die Grenzen zwischen Banken, FinTechs und BigTechs werden dabei zunehmend verschwimmen. Kooperation wird wichtiger als Abgrenzung.

Mein Fazit

Was mich an dem Gespräch besonders beeindruckt hat, war der Optimismus.

Wir erleben derzeit eine technologische Entwicklung, die in ihrer Geschwindigkeit einzigartig ist. Vor wenigen Jahren war Generative KI noch kaum ein Thema. Heute verändert sie nahezu jede Branche.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob sich Banking verändern wird.

Sondern wie schnell wir bereit sind, diese Veränderungen verantwortungsvoll zu gestalten.

Denn die Zukunft des Bankings entsteht nicht allein durch Technologie.

Sie entsteht dort, wo Innovation auf Vertrauen trifft.