Kapitalmarkt kann man lernen. Erfahrung nicht.
Petra B. Mennong über Vermögen, Verantwortung – und warum wir mehr starke Frauen in der Finanzwelt brauchen
Fast drei Jahrzehnte Kapitalmarkt, Stationen bei Société Générale, UBS und Vontobel und die Beratung vermögender Privatkunden, Unternehmer, Family Offices und institutioneller Investoren: Petra B. Mennong kennt die Finanzwelt aus vielen Perspektiven. Doch ihr Blick geht über Rendite und einzelne Anlageprodukte hinaus. Es geht um Zusammenhänge, Verantwortung und darum, Menschen zu befähigen, finanzielle Entscheidungen selbstbewusst zu treffen. Und es geht um eine Frage, die mir besonders am Herzen liegt: Warum brauchen wir noch immer mehr sichtbare Frauen in Finance?
Geld ist Macht.
Und wer sein Geld versteht, gewinnt ein Stück Selbstbestimmung.
Genau deshalb beschäftige ich mich auf ChocolateBlue seit vielen Jahren nicht nur mit Wirtschaft, Karriere und Leadership, sondern immer wieder mit der Frage, wie wir insbesondere Frauen dazu ermutigen können, ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.
Eine Frau, die dafür aus meiner Sicht eine spannende Perspektive mitbringt, ist Petra B. Mennong.
Seit fast drei Jahrzehnten ist der Kapitalmarkt ein zentraler Bestandteil ihres beruflichen Lebens. Sie kennt Aktien, Anleihen, Fonds, Zertifikate, Rohstoffe und alternative Investments ebenso wie komplexe Finanzierungs- und Vermögensstrukturen.
Aber was mich an ihrem Ansatz besonders interessiert: Sie betrachtet Vermögen nicht isoliert.
Denn am Ende geht es nicht darum, das nächste vermeintliche Trendinvestment zu finden.
Es geht um eine viel größere Frage:
Was soll mein Vermögen für mein Leben ermöglichen?
„Vermögen muss ganzheitlich betrachtet werden“
Wer über viele Jahre vermögende Privatkunden, Unternehmer und institutionelle Investoren begleitet, erlebt sehr unterschiedliche Lebenssituationen.
Vermögen kann Freiheit schaffen. Es kann Sicherheit geben. Es kann unternehmerische Möglichkeiten eröffnen und kommenden Generationen Chancen ermöglichen.
Aber Vermögen bringt auch Verantwortung mit sich.
Deshalb beginnt eine langfristige Vermögensstrategie für Petra B. Mennong nicht mit einem einzelnen Produkt.
Strategische Asset Allocation, Risikomanagement, Liquidität, Finanzierung, Unternehmensbeteiligungen, Nachfolgeplanung und generationenübergreifender Vermögenstransfer müssen zusammengedacht werden.
Gerade bei größeren und komplexeren Vermögen greifen diese Themen ineinander.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
Wo bekomme ich die höchste Rendite?
Sondern:
Welche Strategie passt zu meinen Zielen, meinem Leben und meiner persönlichen Risikobereitschaft?
Das klingt zunächst selbstverständlich.
In einer Finanzwelt, die gerne über das nächste Produkt, den nächsten Trend oder die nächste Assetklasse spricht, ist dieser ganzheitliche Blick aber wichtiger denn je.
Drei Jahrzehnte Kapitalmarkt verändern den Blick
Die berufliche Laufbahn von Petra B. Mennong führte sie durch leitende Positionen bei international renommierten Finanzinstituten wie Société Générale, UBS und Vontobel.
Diese Erfahrung prägt.
Denn Kapitalmärkte verändern sich permanent.
Krisen kommen und gehen. Zinsen steigen und fallen. Neue Anlageklassen entstehen. Technologien verändern Märkte. Geopolitische Ereignisse sorgen für Unsicherheit. Und immer wieder wird behauptet, dass diesmal alles anders sei.
Wer mehrere Marktzyklen erlebt hat, weiß jedoch:
Nicht jede Schlagzeile verlangt eine Reaktion.
Nicht jeder Trend ist eine Strategie.
Und nicht jedes Investment passt zu jedem Menschen.
Erfahrung bedeutet deshalb auch, Wichtiges von Lautem unterscheiden zu können.
Finanzwissen darf kein Herrschaftswissen sein
Ein Punkt ist mir dabei besonders wichtig: Finanzmärkte sind komplex – aber wir dürfen sie nicht komplizierter erklären, als sie sein müssen.
Denn wer Menschen bei weitreichenden finanziellen Entscheidungen begleitet, trägt auch Verantwortung dafür, Zusammenhänge verständlich zu machen.
Menschen sollten verstehen können, warum sie eine bestimmte Entscheidung treffen.
Das gilt für vermögende Anleger genauso wie für jemanden, der gerade beginnt, sich mit ETFs, Aktien oder Altersvorsorge auseinanderzusetzen.
Finanzielle Bildung bedeutet für mich deshalb nicht, aus jedem Menschen einen Kapitalmarktexperten zu machen.
Sie bedeutet, Menschen in die Lage zu versetzen, die richtigen Fragen zu stellen.
Und selbstbestimmt Entscheidungen treffen zu können.
Und damit sind wir bei den Frauen
Denn wenn wir über finanzielle Selbstbestimmung sprechen, müssen wir über Frauen sprechen.
Noch immer kümmern sich viele Frauen weniger intensiv um Kapitalanlage und langfristigen Vermögensaufbau als Männer. Gleichzeitig können Erwerbsunterbrechungen, Teilzeit, Care-Arbeit und unterschiedliche Karriereverläufe dazu führen, dass finanzielle Vorsorge für Frauen besonders relevant ist.
Deshalb reicht es nicht, Frauen zu sagen:
„Ihr müsst euch mehr um eure Finanzen kümmern.“
Wir müssen auch dafür sorgen, dass Finanzthemen zugänglicher werden.
Dass Frauen Ansprechpartnerinnen und Vorbilder sehen.
Dass über Geld gesprochen wird.
Und dass Frauen selbstverständlich dort sitzen, wo über Kapital, Investments, Unternehmen und Vermögen entschieden wird.
Wir brauchen sichtbare Frauen in Finance
Petra B. Mennong steht für mich deshalb auch für etwas, das über ihre persönliche Kapitalmarktexpertise hinausgeht.
Für Frauen, die sich in einer über Jahrzehnte stark männlich geprägten Finanzwelt Expertise, Verantwortung und Sichtbarkeit erarbeitet haben.
Solche Lebensläufe müssen wir zeigen.
Nicht, weil Frauen die besseren Bankerinnen, Investorinnen oder Vermögensberaterinnen wären.
Sondern weil Kompetenz kein Geschlecht hat.
Und weil Sichtbarkeit etwas verändert.
Was wir sehen, können wir uns vorstellen.
Eine junge Frau, die heute eine erfahrene Investmentexpertin, Fondsmanagerin, CFO, Bankvorständin oder Unternehmerin erlebt, sieht nicht nur eine erfolgreiche Frau.
Sie sieht eine Möglichkeit.
Starke Frauen machen andere Frauen stärker
Für mich bedeutet „starke Frauen“ übrigens nicht, immer souverän zu sein.
Stärke bedeutet auch nicht, alles allein schaffen zu müssen.
Im Gegenteil.
Eine der wichtigsten Erfahrungen meines eigenen beruflichen Weges ist:
Wir werden nicht kleiner, wenn wir andere Frauen größer machen.
Wir können Türen öffnen.
Wir können Kontakte teilen.
Wir können Frauen empfehlen.
Wir können ihre Expertise sichtbar machen.
Und wir können Räume schaffen, in denen Frauen selbstverständlich über Geld, Macht, Karriere, Investments und Unternehmertum sprechen.
Genau deshalb sind Netzwerke so wichtig.
Nicht als geschlossene Zirkel, in denen immer dieselben Menschen miteinander sprechen.
Sondern als Plattformen, die Möglichkeiten schaffen.
Geld bedeutet auch Freiheit
Vielleicht ist das einer der Gründe, warum mich das Thema Kapitalmarkt immer wieder beschäftigt.
Denn hinter all den Fachbegriffen, Charts und Produkten steckt etwas sehr Persönliches.
Freiheit.
Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet, Entscheidungen treffen zu können.
Eine schlechte berufliche Situation verlassen zu können.
Ein Unternehmen gründen zu können.
Nach einer Trennung neu anfangen zu können.
Für das Alter vorzusorgen.
Oder schlicht sagen zu können:
Ich entscheide selbst.
Gerade für Frauen ist das eine Dimension von finanzieller Bildung, über die wir aus meiner Sicht noch viel häufiger sprechen sollten.
Kapitalmarkt braucht Erfahrung – und Menschen, die sie weitergeben
Petra B. Mennongs beruflicher Weg zeigt für mich deshalb zwei Dinge.
Erstens: Kapitalmarktkompetenz entsteht nicht über Nacht. Sie entsteht durch Wissen, Erfahrung, unterschiedliche Marktphasen und den direkten Austausch mit Menschen, die sehr unterschiedliche finanzielle Ziele verfolgen.
Und zweitens:
Wissen wird wertvoller, wenn wir es teilen.
Wenn erfahrene Frauen ihre Stimme nutzen, ihre Erfahrungen weitergeben und für die nächste Generation sichtbar werden, verändert das nicht nur einzelne Karrieren.
Es verändert langfristig auch unsere Wirtschaft und unsere Finanzwelt.
Deshalb brauchen wir mehr Frauen, die investieren.
Mehr Frauen, die über Geld sprechen.
Mehr Frauen in Führungspositionen der Finanzbranche.
Mehr weibliche Vorbilder.
Und vor allem mehr Frauen, die anderen Frauen zeigen:
Kapitalmarkt ist nicht nur etwas für Experten. Und schon gar nicht nur etwas für Männer.
Über Petra B. Mennong
Petra B. Mennong verfügt über fast drei Jahrzehnte Erfahrung im Kapitalmarkt und Wealth Management. Ihre beruflichen Stationen umfassen unter anderem leitende Tätigkeiten bei Société Générale, UBS und Vontobel. Ihre Expertise reicht von strategischer Vermögensplanung und Asset Allocation über Kapitalmarktinstrumente und alternative Anlagen bis zu Finanzierungsstrukturen, Nachfolgeplanung und generationenübergreifendem Vermögenstransfer.
